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Iris-Giclée
Das digitale Kunstdruckverfahren
Jack Duganne, der Wortschöpfer und einer der Pioniere des Verfahrens, gelang Mitte der Neunziger Jahre zu der Ansicht, daß eine Abgrenzung von Iris-Drucken oder Iris-Proofs unerläßlich sei, um die mit ganz besonderer Sorgfalt und eigenen Verfahrensweisen hergestellten Iris-Kunstdrucke als solche hervorzuheben. Auf der Suche nach einem geeigneten Begriff stieß er auf das französische Verb "gicler", was nichts anderes als "sprühen" bedeutet - aber für amerikanische Ohren (jee-clay) sowohl europäisch-exotisch als auch einprägsam klingt. Diese Bezeichnung war nie unumstritten, hat sich jedoch mangels einer Besseren verbreiten können. "Iris Giclée©" ist eine rechtlich geschützte Marke und damit ein klar definierter Begriff.

Technik
Um ein Bild auf Papier zu bringen, "sprüht" eine Iris-Druckmaschine für jede der Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz pro Sekunde circa eine Million feinster Tintentröpfchen in der Größe einer menschlichen roten Blutzelle in Richtung des auf einer Trommel fixierten Kartons beziehungsweise Druckträgers. Doch nicht alle dieser Tintentröpfchen werden zum Aufbau des Bildes benötigt. Eine Elektrode lädt die Tröpfchen, die keine Bildinformation transportieren sollen, mit einer positiven Stromspannung. Eine "Deflection Structure" mit circa 2000 Volt gleicher Polarität lenkt die nicht benötigten Tröpfchen in einen Auffangbehälter ab. Aus null bis 31 der übriggebliebenen Tintentröpfchen wird auf der kurzen Strecke bis zum Einschlag auf die Papieroberfläche ein Bildpunkt gebildet. Diese Modulation des Druckpunktes ist das eigentliche Geheimnis der hohen visuellen Auflösung von 1800 dpi, die die Qualität dieser Maschinen lange Zeit unübertroffen machte und die erst in neuester Zeit durch Piezo-Printer erreicht werden konnte. Der erste (1990) in Deutschland installierte Iris-Printer ist einer von Dreien bei Artificial Image in Berlin.
Iris-Giclée. Das digitale Kunstdruckverfahren.

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