Rythmogramm # 3782/196
© Heinrich Heidersbergersss
Rythmogramm # 3782/182b
© Heinrich Heidersbergersss
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 1971, auf dem Höhepunkt seines fotografischen Schaffens, fotografierte Heinrich Heidersberger eines seiner wichtigsten Bilder: Das Kraftwerk der Volkswagen AG. Ihm wurde recht bald klar, dass er mit diesem Bild eine Ikone der Architekturfotografie schuf. Wolfsburg beauftragte den schon damals über die Grenzen bekannten Heinrich Heidersberger mit der Erstellung einer repräsentativen Ausstellung mit dem Titel »Wolfsburg - die Volkswagenstadt«. Anläßlich der Olympischen Spiele in München wollten sich deutsche Städte, die als Paten der Häuser des Olympischen Dorfs fungierten, in den Foyers dieser Häuser präsentieren. Grundlage der Ausstellung im Haus der Stadt Wolfsburg waren Aufnahmen, die Heinrich Heidersberger Jahre zuvor für das Buch »Wolfsburg - Bilder einer jungen Stadt« aufnahm. Das imposante Kraftwerk des Volkwagenwerks, am Ende der großen, 1,2 km langen Produktionshalle, hatte inzwischen seine markanten Schlote bekommen die noch heute als Wahrzeichen der Stadt fungieren. Zusammen mit der Versorgungsbrücke, die vom Gelände des Kohle und Öllagers (dem Bereich der heutigen Autostadt) herüberreichte, ergab sich eine imponierende Perspektive. Heinrich Heidersberger nutze die Gelegenheit eines klaren Himmels und seltenen Ostwindes, der die Rauchschwaden der Schlote und Kühltürme gegen das Gebäude trieb. Um den Effekt kontrastreich herauszustellen verwendete er einen Rot- und zusätzlich einen Polfilter. Die entsprechend lange Belichtungszeit ließ den Rauch zu einer weißen Wand werden. Er postierte seine Kamera direkt unter der Brücke, durch die seitliche Verschiebung der Bildebene stellte er das Gebäude in den Mittelpunkt. Nach der Entwicklung des 18x24cm großen Glaplattennegativs bearbeitet er die hellen Bereiche mit Neucozin, einer rötlichen Farbe, die den enormen Kontrast auf ein kopierfähiges Niveau reduzierte. Dennoch verlangte die Arbeit im Labor großes handwerkliches Geschick, um den Detailreichtum des Bildes herauszuarbeiten.
In über 30 Jahren entstanden zahlreiche Auflagen in unterschiedlicher Größe und Qualität – auf unterschiedlichen Papieren. Auch noch heute, im hohen Alter von weit über 90 Jahren beschäftigt ihn dieses Motiv. Die heutige Möglichkeit das Motiv in einer Qualität zu scannen, welche an die Auflösung des Originalnegativs heranreicht und den enormen Kontrastumfang bewältigen kann, löste in ihm die Neugierde aus, diesen Versuch zu wagen. Doch auch die digitale Verarbeitung des Motivs stellt höchste Ansprüche an den (Digital-)Printer, denn ohne dessen Wissen über das Zusammenspiel von Bilddaten, Tinte, Papier und verwendetem Drucker kann kein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht werden.
Artificial Image aus Berlin und das Institut Heidersberger in Wolfsburg nahmen sich dieser Aufgabe an. Neben zahlreichen Vintage- und Modern-Prints, sowie aktuellen analogen Kopien waren die Ergebnisse dieses Versuchs (auf Hahnemühle Photo Rag und Oriental Graphica FiberBase Glossy Paper, gedruckt auf dem Roland HiFi-Jet Pro mit TritonPlus-Pigmenttinten) vom 26. Juli 2004 bis 3. September 2004 in den Ausstellungsräumen von Artificial Image in Berlin zu erfahren. Zusätzlich wurde eine Auswahl der seit 1955 entstandenen Rythmogramme, ebenfalls digitale FineArt-Prints der Original-Negative auf Hahnemühle Photo Rag, ausgestellt. Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag den 23. Juli 2004, 19.00 Uhr hielt Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger die Einführung.
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Heinrich Heidersberger, geb. 1906 in Ingolstadt, lebt in Wolfsburg. Beginnt 1927 das Studium der Architektur in Graz, 1928 Umzug nach Paris und Besuch der Malschule Fernand Léger. Widmet sich seit 1929 ausschließlich der Fotografie, arbeitet u.a. als Bildjournalist für Ullstein und Stern. Erfolge als Architekturfotograf und insbesondere mit den ab 1955 entstehenden "Rhytmogrammen".
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